.......Leonardo
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Leonardo da Vinci (1452-1519) war einer der bedeutendsten Renaissance Künstler, dessen unsterblicher Ruhm in Gemälden wie MONA LISA (1503-1505, Louvre, Paris), Ste ANNE (1499-1500, National Gallery, London) oder DAS LETZTE ABENDMAHL (1405-1408, Santa Maria della Grazia, Mailand) begründet ist, ebenso in epochalen Schriften wie Codex Atlanticus, Codex Leicester & Trattato della pittura. Als Polymath leistete er mit technischen Konstruktionen, Entwürfen und Abhandlungen vielfältige Beiträge zur Architektur, Geologie, Anatomie, Astronomie und Botanik. Dabei blieb die Malerei während seines 67- jährigen Lebens Hauptquelle seiner Inspiration : alle seine Werke drückten “diese unendliche Anmut“ (Giorgio Vasari, 1511-1574) aus und zeigten, dass sein tiefes Gefühl für Schönheit nicht durch äußere technische oder finanzielle Zwänge irritiert werden konnte.

Moderne Künstler wie John Cage (1912-1992) und Andy Warhol (1925—1987), die als Multitalente wie Leonardo international erfolgreich waren, wurden in ihrer Zeit Zeugen einer rasanten Kommerzialisierung der Künste. Konfrontiert mit der wuchernden Profitorientierung der Agenten & Galeristen zeigten beide ganz unterschiedliche Reaktionen.

Warhol erklärte kurzerhand das schnelle Geldmachen selbst zum Kunstwerk und perfektionierte den Produktionsprozess seiner Kunstwerke in der « factory » in New York City. Mit zunehmend wahlloserer Vervielfältigung seiner Stücke verlor er zwar gegen Ende seines fragile Lebens viel von seiner Innovationskraft, doch er prägte jenen durch professionelles Marketing gekennzeichneten «mainstream» der zeitgenössischen Kunst, in dem Kunstproduzenten wie Damian Hirst (1965-) bewundernswert erfolgreich surfen. Hirst arbeitet wohl eher wahllos mit Installationen aus toten Tierkörpern oder mit menschlichen Schaedeln, gefertigt aus Platin mit eingearbeiteten Diamanten…

John Cage entschied sich sehr frueh gegen all das und zog es als ein in New York City aufgewachsener Künstler vor, in der off-scene zu leben und arbeiten. Als Schüler von Arnold Schönberg (1874-1961) entwickelte er sich zum innovativen Pionier der modernen Musik, experimentierte mit präparierten Instrumenten, synthetischen Klängen, Stimmen, Texten, Bildern und kam als gefragter Lehrer regelmäßig nach Europa, wo seine Meister-Klassen Generationen von Studenten anzogen. In einem parallelen Universum führte John Cage sein langes Leben als Erfinder fort mit Yoga, kreativer vegetarischer Küche und dem Studium seltener Gewürze und Pilze.

Was können wir von Leonardo, John Cage und aktuell von Steve Jobs (1955-2011), einer dem historischen Polymath vergleichbaren Figur des 21ten Jahrhunderts, lernen?
Dass wir heute, in unserer vernetzten Welt, mit unbegrenztem Zugang zu globalem Wissen, immer stärker gezwungen sind, eine sorgfältige Auswahl zu treffen. Dazu gehört die Einsicht, dass Präzision, Geschmack, Herzlichkeit und Passion zusammengehören und dass vorschnelle Entscheidungen immer häufiger in die Irre führen. Mit weiter zunehmender Komplexität unserer Existenz entstehen vermutlich zentrale Kräfte in unserem Herz-Hirn-Gedanken Universum, “Willenskraefte“, die wir zunächst wahrnehmen ohne sie schon messen zu koennen. Die oft beobachtete “mind-to-mind“ Kommunikation mag mit einer solchen Kraft, deren Feld wir nicht kennen, verknuepft sein. Wir können sie vielleicht weiter verstehen durch anhaltendes Training unserer Herz-Hirn-Gedanken Wechselwirkung und PRE/POST- natale sensomotorische Stimulationen moegen als erste Stufen in diesem neuartigen und lebenslangen Lernprozess angesehen werden. Ein guter Geschmack ist langsam erlernbar, Herzlichkeit schon weniger. Aber wenn der Geschmack durch anhaltendes Kosten, Experimentieren und Veraendern verbessert werden kann, besteht die Hoffnung, dass auf einem bestimmten Geschmacks-Niveau ein positiver Sprung im Zeitverlauf der Herzlichkeit ausgeloest wird.

 

All rights reserved, Thomas Blum, Leonie Shihora, http://leonardoevolution.com